Silage oder Heulage ???

 

Unter Pferdeleuten herrscht oftmals grosse Unsicherheit bezüglich den Begriffen Silage und Heulage. Oft wird bei „in Folie gewickeltem Heugras“ allgemein von Silage gesprochen. Das ist so nicht richtig, denn es bestehen markante Unterschiede zwischen diesen 2 Futtertypen.

Als Vergleich von 1 kg Trockenmasse (TS = feste Bestandteile, ohne Wasser) seien folgende Werte erwähnt:

 

                          verdauliches Eiweiss   /    verd. Energie Pferd:

Silage:                            145 g / kg        /      12,0  MJ

 

Heulage:                         70 g / kg        /        9,2  MJ

 

Im Endprodukt hat Silage ca. 65 % Wasseranteil und bei Heulage ist dieser nur bei 35%. Zudem werden zur Silage-Produktion kleereiche (süsse) Grassorten eingesäht und bei der Heulage - speziell für Pferde - gut verträgliche englische- und italienische Raigräser verwendet.

 

Dieser grosse Unterschied zeigt sich beim verdaulichen Eiweiss und dem hohen Fruktangehalt, weshalb viele Pferde bei der Verabreichung von Silage mit dicken Beinen, Durchfall oder Kotwasser reagieren.

Zudem hat man bei der schweren Silage schnell viel Gewicht auf der Gabel. Die Pferde sind mit zu hohen Eiweiss- und Zucker-Konzentrationen belastet.

 

Die Folge: der Körper wird übersäuert und die Verdauung spielt verrückt!

 

Alles hat seinen Grund:

Silage: der Bauer will für die Milchproduktion und/oder die Viehmast ein eiweiss- und zuckerreiches Futtermittel, das er mit der Einsaat von kleereichen Grasmischungen und dem jungen Schnitt der Grasung erreichen kann.

Für Pferde ist dieses Futter gesundheitsschädigend und deshalb abzulehnen.

 

Heulage:

Ideales, leicht feuchtes Raufutter für Pferde. Äusserst arm an Staub und Pilzsporen. Heulage beugt den weit verbreiteten Atemwegs-Erkrankungen vor. Während dem Gärprozess im Folienpaket wird der Rest-Sauerstoff bei der Milchsäure-Gärung verbraucht und dabei viel Zucker abgebaut. Langjährige, erfolgreiche Praxisfütterungen haben bewiesen, dass der Anteil an Milchsäure im Endprodukt für die Gesundheit der Pferde völlig unbedenklich ist.

 

Für ein Warmblut sind Tagesmengen von 6 bis 8 kg Heulage sehr bekömmlich und gut verträglich. Neben der bedarfsgerechten Kraftfuttermenge soll den Pferden 1 bis 3 kg Stroh als zusätzliche Raufutter-Ergänzung- und Beschäftigung angeboten werden. Am Vorabend mit der Heulage vermischt nimmt Stroh Feuchtigkeit und Aroma auf und wird dadurch sehr gut gefressen.

 

Marstall AG   Roland Engeler                                                                                      Juni 2018

 

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