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Barbecue-Ritt Willadingen (Roland Engeler)
www.islandpferdeklub.ch - Foto: M. Portmann

   
   
 

Wussten Sie, dass nicht nur bei Menschen, sondern auch bei gestressten Pferden Magengeschwüre auftreten können! Bis 50% der Sportpferde und bis 80% der Rennpferde sollen an Magengeschwüren leiden! Bei Störungen der Magenschleimhäute wird das Gewebe angegriffen und kann bei fortschreitender Schädigung lebensbedrohende Formen annehmen. Typische Symptome sind Koliken, bei denen die Pferde zur Entlastung die Rückenlage einnehmen.

Vorbeugen kann man mit der richtigen Fütterungstechnik und Rationsgestaltung. Fehlerhaft ist, den Pferden wenig Heu und Stroh zu verabreichen, bei gleichzeitig hohen Kraftfuttergaben. Heu sollte vor dem Kraftfutter verabreicht werden und die Kraftfutterration ist auf mindestens 3 Mahlzeiten zu verteilen. Pro Fütterung für ein Warmblut sollte nicht mehr als 1.5 bis maximal 2 kg Kraftfutter gefüttert werden.  

Gönnen Sie Ihren Pferden nach der Fütterung eine Stunde Ruhe! Speziell auch an Tagen mit hoher Leistungsanforderung müssen Pferde genügend Zeit zur Aufnahme von Heu und Stroh haben. 

Dass Magengeschwüre bei Rennpferden besonders häufig auftreten, hängt neben der erhöhten Stressbelastung im Stall und auf der Rennbahn auch mit der falschen Angewohnheit vieler Trainer zusammen, an Renntagen kein Heu zu füttern. 

Durch die intensiven Kaubewegungen beim Zerkleinern von langfaserigem Raufutter produziert das Pferd täglich 40 bis 50 Liter Speichelmasse, welche die Gleitfähigkeit des Futters für den Transport durch die Speiseröhre und den Darmtrakt gewährleistet. Die Produktion einer so großen Speichelmasse setzt voraus, dass dem Pferd genügend Wasser zur Verfügung steht. Wird aus dem Eimer getränkt, muss den Pferden vor der Futteraufnahme Wasser verabreicht werden.

Empfohlene Tagesration für ein Warmblut:

 

 

5-6 kg Heu, 2 kg Stroh und 2.5 bis 3.5 kg Kraftfutter mit den notwendigen Vitaminen und Mineralstoffen (Tagesbedarf Vitamin A = 40'000 bis 45'000 I.E.)

Fehlt die notwendige Struktur in der Gesamtration, z.B. durch einen hohen Anteil an pelletiertem Kraftfutter, schrumpft der Magen und Darm. Die Darmbewegungen flachen ab und der Futtertransport kommt ins Stocken. Fehlgärungen im Darm und Koliken sind häufig eine Folge davon.