Der Herbst ist für Pferde eine wichtige Übergangszeit.
Die Temperaturen sinken, die Tage werden kürzer und das Nahrungsangebot auf der Weide verändert sich. Gleichzeitig beginnt der Fellwechsel, wodurch der Stoffwechsel zusätzlich belastet wird.
Für Pferdehalter ist es deshalb wichtig, die Fütterung an die veränderten Bedingungen anzupassen.
Eine besondere Rolle spielen dabei die Umstellung von Weidegras auf Heu, die Qualität des Raufutters und die individuelle Gesundheit des Pferdes.

Umstellung von Weide auf Winterfütterung
Im Herbst nimmt das Angebot an frischem Gras ab. Viele Pferde verbringen weniger Zeit auf der Weide und erhalten zunehmend Heu als Hauptfutter. Diese Umstellung sollte langsam erfolgen.
Der Verdauungstrakt und insbesondere die Darmflora benötigen Zeit, um sich an das veränderte Futter anzupassen. Eine zu schnelle Umstellung kann Verdauungsprobleme wie Koliken, Kotwasser oder Durchfall begünstigen.
Deshalb sollte bereits während der letzten Weidewochen schrittweise Heu zugefüttert werden. Gleichzeitig kann die tägliche Weidezeit langsam reduziert werden. So wird der Übergang zur Winterfütterung für das Pferd möglichst schonend gestaltet. Fachquellen empfehlen, die Umstellung über mehrere Wochen zu planen.
Bedeutung des Raufutters
Raufutter bildet die Grundlage einer artgerechten Pferdefütterung. Dazu gehören vor allem Heu, Gras und je nach Situation auch andere geeignete Raufutterarten.
Pferde sind darauf spezialisiert, über einen grossen Teil des Tages kleine Futtermengen aufzunehmen. Deshalb sollte ausreichend hochwertiges Raufutter zur Verfügung stehen.
Bei der Fütterung im Herbst gewinnt Heu zunehmend an Bedeutung. Es sollte hygienisch einwandfrei, staubarm und frei von Schimmel sein. Die benötigte Menge hängt unter anderem vom Körpergewicht, der Leistung, dem Alter und dem Gesundheitszustand des Pferdes ab.
Als allgemeine Grundlage werden für Pferde etwa 1,5 bis 2 Kilogramm Raufutter pro 100 Kilogramm Körpergewicht und Tag genannt.

Vorsicht bei Herbstgras
Auch wenn das Gras im Herbst weniger stark wächst, kann die Weide weiterhin eine wichtige Futterquelle sein.
Dabei muss jedoch beachtet werden, dass sich die Zusammensetzung des Grases verändert. Besonders bei sonnigen Tagen und kalten Nächten können sich im Gras grössere Mengen bestimmter Kohlenhydrate ansammeln.
Für stoffwechsel- oder reheempfindliche Pferde kann dies problematisch sein. Pferde mit Übergewicht oder einer Vorgeschichte von Hufrehe benötigen deshalb ein besonders sorgfältiges Weidemanagement.
Eine angepasste Weidezeit und eine ausreichende Versorgung mit Raufutter können helfen, die Futteraufnahme besser zu kontrollieren.

Mineralstoffe und Vitamine
Durch die Umstellung von Weidegras auf Heu verändert sich auch die Nährstoffversorgung. Deshalb sollte die gesamte Futterration überprüft werden. Mineralstoffe und Vitamine können je nach Grundfutter und individuellem Bedarf ergänzt werden.
Besonders während des Fellwechsels benötigt der Organismus verschiedene Nährstoffe für die Bildung eines gesunden Winterfells.
Eine ausgewogene Mineralstoffversorgung ist daher wichtig. Zusätzliche Futtermittel sollten jedoch nicht wahllos eingesetzt werden, sondern an den tatsächlichen Bedarf des Pferdes angepasst sein.
Bei Unsicherheiten kann eine Rationsberechnung oder eine Beratung durch Fachpersonen sinnvoll sein.
Mit unseren Mineralfutterzusätzen wie Force, MineralOrganic+ und dem Stallriegel können Sie Ihr Pferd optimal unterstützen.
Kraftfutter
Ob ein Pferd im Herbst zusätzlich Kraftfutter benötigt, hängt von seiner Arbeitsleistung und seinem Energiebedarf ab.
Ein Freizeitpferd mit geringem Energieverbrauch benötigt häufig weniger Kraftfutter als ein Sportpferd mit hoher Leistung.
Kraftfutter sollte daher individuell dosiert werden. Zu grosse Mengen können den Verdauungstrakt und den Stoffwechsel belasten.
Die Grundlage der Fütterung sollte weiterhin hochwertiges Raufutter bleiben. Kraftfutter dient vor allem dazu, einen zusätzlichen Energie- oder Nährstoffbedarf auszugleichen.
Um den unterschiedlichen Anforderungen von Freizeit-, Sport- und Zuchtpferden gerecht zu werden, steht bei uns ein vielseitiges Kraftfuttersortiment für verschiedene Fütterungssituationen zur Verfügung.
Fazit
Die Pferdefütterung im Herbst erfordert eine sorgfältige Anpassung an die veränderten Bedingungen.
Besonders wichtig ist eine langsame Umstellung von der Weidefütterung auf eine raufutterreiche Winterfütterung. Hochwertiges Heu bildet dabei eine zentrale Grundlage.
Zusätzlich müssen die Qualität des Herbstgrases, der individuelle Energiebedarf und die Versorgung mit Mineralstoffen berücksichtigt werden.
Besonders bei übergewichtigen oder reheempfindlichen Pferden ist Vorsicht geboten.
Eine angepasste und schrittweise Fütterung kann dazu beitragen, Verdauungsprobleme und Stoffwechselbelastungen zu vermeiden und das Pferd gesund durch den Übergang in den Winter zu begleiten.
Herausforderungen durch die Trockenheit im Jahr 2026
Das Jahr 2026 stellt viele Pferdehalter und Futterproduzenten vor besondere Herausforderungen.
In vielen Regionen wuchsen die Weiden deutlich schlechter als in normalen Jahren, sodass vielen Pferden bereits früh weniger frisches Gras zur Verfügung stand.
Gleichzeitig fielen die Heuerträge teilweise geringer aus, wodurch hochwertiges Raufutter knapper wurde. Um die Versorgung der Pferde auch bei begrenzten Heuvorräten sicherzustellen, gewinnen Heuersatzprodukte zunehmend an Bedeutung.
Hochwertige Raufutteralternativen wie Heucobs, Wiesencobs oder strukturreiche Fasermischungen können helfen, die Raufutterversorgung gezielt zu ergänzen und vorhandene Heuvorräte zu schonen.
Gerade in diesem Jahr sind eine vorausschauende Futterplanung und die regelmässige Kontrolle der Körperkondition besonders wichtig, damit unsere Pferde trotz knapper Ressourcen optimal versorgt in die Wintermonate starten.









