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Fütterung Senioren Pferde im Winter

5. Oktober 2026 durch
Fütterung älterer Pferde im Winter

Mit zunehmendem Alter verändern sich bei Pferden Stoffwechsel, Verdauung, Zahngesundheit und Muskelmasse. Besonders im Winter können Kälte, Wind und Nässe den Energiebedarf zusätzlich erhöhen. Gleichzeitig verwerten ältere Pferde ihr Futter häufig weniger effizient oder haben aufgrund von Zahnproblemen Schwierigkeiten bei der Futteraufnahme.

Eine bedarfsgerechte Winterfütterung hat deshalb das Ziel, Körpergewicht und Muskulatur zu erhalten, die Verdauung zu unterstützen und das Pferd ausreichend mit Energie, Eiweiss, Mineralstoffen, Vitaminen und Wasser zu versorgen.

Besonderheiten älterer Pferde

Im Allgemeinen gelten Pferde ab etwa 18 Jahren als Senioren. Das tatsächliche biologische Alter hängt jedoch stark von Rasse, Gesundheitszustand, Haltung und bisheriger Nutzung ab.

Mit zunehmendem Alter treten häufiger gesundheitliche Veränderungen auf, die bei der Fütterung berücksichtigt werden sollten. Dazu gehören insbesondere Zahnprobleme, eine verminderte Verdauungsleistung sowie altersbedingter Muskelabbau.

Deshalb ist eine regelmässige Kontrolle des Ernährungszustandes besonders wichtig. Dabei sollte beobachtet werden, ob das Pferd Gewicht verliert, Schwierigkeiten beim Fressen zeigt oder sich sein Allgemeinzustand verändert.

Bedeutung der Zähne

Die Zahngesundheit spielt bei älteren Pferden eine zentrale Rolle. Damit Raufutter optimal verwertet werden kann, muss es gründlich gekaut und zerkleinert werden. Zahnprobleme können dazu führen, dass Heu nicht mehr ausreichend aufgenommen oder verdaut werden kann.

Typische Anzeichen sind:

Fallenlassen von Futter aus dem Maul («Quidding»)

sehr langsames Fressen

Gewichtsverlust

Schwierigkeiten beim Kauen

teilweise unverdaute Futterbestandteile im Kot

Bei solchen Auffälligkeiten sollte eine tierärztliche oder zahnmedizinische Untersuchung erfolgen. Gesunde Zähne sind eine wichtige Voraussetzung für eine gute Verdauung und Nährstoffaufnahme.

Raufutter als Grundlage

Auch bei älteren Pferden bildet hochwertiges Raufutter die Grundlage der Ernährung. Das Heu sollte hygienisch einwandfrei, trocken und frei von Schimmel sein.

Da ältere Pferde oftmals an Gewicht verlieren, werden 1,5 bis 2 kg Raufutter je 100 kg Körpergewicht und Tag empfohlen.

Wichtig: Der tatsächliche Bedarf muss immer an Gewicht, Haltung, Arbeit, Heuqualität und Gesundheitszustand des jeweiligen Pferdes angepasst werden.

Lange Fresspausen sollten vermieden werden. Das Verdauungssystem des Pferdes ist auf eine kontinuierliche Aufnahme faserreicher Nahrung ausgelegt. Zudem fördert ausgiebiges Kauen die Speichelproduktion und unterstützt so die Verdauung.

Beispiel:

Pferd mit 600 kg Körpergewicht:

1,5 bis 2 kg Raufutter je 100 kg Körpergewicht

= 9 bis 12 kg Heu pro Tag

✅ Individuell anpassen

✅ Keine langen Fresspausen

✅ Gute Heuqualität

Wenn Heu nicht mehr ausreichend gekaut werden kann

Bei älteren Pferden mit Zahnproblemen kann normales Heu teilweise oder vollständig durch besser kaubare Raufutteralternativen ersetzt werden. Dazu gehören beispielsweise eingeweichte Heuersatzprodukte wie ProSenior oder andere geeignete Faserfuttermittel.

Wichtig ist, dass solche Futtermittel nicht einfach zusätzlich zur bestehenden Ration gefüttert werden. Die gesamte Fütterung muss beurteilt werden, um Unter- oder Überversorgungen zu vermeiden.

Mögliche Versorgungslücken können durch ein speziell für ältere Pferde konzipiertes Mineralfutter ausgeglichen werden.

Bei deutlichem Gewichtsverlust oder ausgeprägten Zahnproblemen sollte die Ration gemeinsam mit einem Tierarzt oder Fütterungsberater überprüft und angepasst werden.

Energiebedarf im Winter

Kälte kann den Energiebedarf eines Pferdes erhöhen. Besonders ältere Pferde haben bei starkem Wind, Nässe und tiefen Temperaturen teilweise Schwierigkeiten, ihre Körpertemperatur aufrechtzuerhalten.

Extreme Witterungsbedingungen können für ältere Pferde eine zusätzliche Belastung darstellen. Gleichzeitig sind heute immer mehr Pferde im Alter von über 20 Jahren noch aktiv im Sport unterwegs. Auch hier gewinnt eine altersgerechte und bedarfsgerechte Fütterung zunehmend an Bedeutung.

Empfehlenswert sind beispielsweise Senior Plus und das getreidefreie Senior Aktiv, da sie speziell auf die Bedürfnisse älterer Pferde abgestimmt sind.

Trotzdem sollte nicht automatisch mehr Kraftfutter gefüttert werden. Die Grundlage bleibt stets eine ausreichende Versorgung mit hochwertigem Raufutter. Erst danach sollte die Energieversorgung bei Bedarf gezielt ergänzt werden.

Eine regelmässige Gewichtskontrolle hilft dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Bei Gewichtsverlust sollte die gesamte Ration überprüft und gegebenenfalls energiereicher gestaltet werden.

Eiweiss und Muskelerhalt

Mit zunehmendem Alter kann der Erhalt der Muskulatur schwieriger werden. Deshalb sollte neben der Energieversorgung auch auf eine ausreichende Versorgung mit hochwertigem Eiweiss und essenziellen Aminosäuren geachtet werden.

Die Qualität des Heus spielt dabei eine wichtige Rolle. 

Spät geerntetes Heu kann beispielsweise weniger Eiweiss enthalten als frühe Schnitte. Eine Heuanalyse kann helfen, die tatsächliche Nährstoffversorgung besser einzuschätzen.

Ergänzungen sollten jedoch nicht pauschal eingesetzt werden, sondern auf die vorhandene Ration und den tatsächlichen Bedarf abgestimmt sein.

Mineralstoffe und Vitamine

Auch im Winter muss die Versorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen sichergestellt werden. Da häufig kein oder nur wenig frisches Weidegras zur Verfügung steht, sollte die gesamte Ration betrachtet werden.

Eine Heuanalyse kann dabei helfen, die Versorgungssituation besser einzuschätzen. Besonders bei Spurenelementen wie Kupfer, Zink und Selen bestehen je nach Region und Futtergrundlage oftmals grosse Unterschiede.

Wir empfehlen deshalb, das Mineralfutter an die tatsächliche Futterration anzupassen.

Eine unkontrollierte zusätzliche Gabe verschiedener Ergänzungsfuttermittel ist hingegen nicht sinnvoll, da auch eine Überversorgung mit einzelnen Mineralstoffen problematisch sein kann. Die Ration sollte deshalb möglichst berechnet und gezielt ergänzt werden.

Kraftfutter

Kraftfutter kann bei älteren Pferden sinnvoll sein, wenn der Energie- oder Nährstoffbedarf nicht allein über das Raufutter gedeckt werden kann.

Dabei sollte stets die individuelle Verträglichkeit berücksichtigt werden. Grosse Mengen stärkereicher Futtermittel sind nicht empfehlenswert. Eine übermässige Stärkeaufnahme kann die Verdauung belasten und unter bestimmten Umständen das Risiko für Verdauungsstörungen oder Hufrehe erhöhen, insbesondere wenn ältere Pferde nur noch eingeschränkt bewegt werden können.

Sinnvoller ist es, zusätzliche Energie bedarfsgerecht und über mehrere kleine Mahlzeiten verteilt anzubieten.

Wasseraufnahme im Winter

Eine ausreichende Wasseraufnahme ist auch während der kalten Jahreszeit sehr wichtig. Viele Pferde trinken im Winter weniger als in den warmen Monaten.

Eine zu geringe Wasseraufnahme kann unter anderem das Risiko für Verstopfungskoliken erhöhen. Eine regelmässige Mash-Fütterung kann die Wasseraufnahme zusätzlich unterstützen.

Frisches und sauberes Wasser sollte jederzeit verfügbar sein. Besonders bei älteren Pferden lohnt sich eine regelmässige Kontrolle, ob tatsächlich genügend getrunken wird.

Haltung und Witterungsschutz

Die Fütterung kann nicht unabhängig von der Haltung betrachtet werden. Ältere Pferde haben bei nasskalter Witterung häufig einen höheren Energiebedarf. Ein geeigneter Schutz vor Wind, Regen und Nässe ist deshalb besonders wichtig.

Bei ganzjähriger Weide- oder Offenstallhaltung muss jederzeit ein geeigneter Unterstand zur Verfügung stehen. Ausserdem sollte der Ernährungs- und Gesundheitszustand regelmässig kontrolliert werden.

In Gruppenhaltungen kann es zudem vorkommen, dass ältere Pferde beim Fressen von ranghöheren Tieren verdrängt werden. In solchen Fällen kann eine zeitweise Separierung sinnvoll sein, damit das Pferd seine Ration in Ruhe aufnehmen kann.

Beispiel für eine Winterration

Ein mögliches Grundprinzip für ein älteres Pferd mit leichtem Arbeitsumfang könnte folgendermassen aussehen:

FuttermittelAufgabe



Hochwertiges Heu oder Heuersatz wie Pro Senior



                     Hauptquelle für Rohfaser und Energie                                                 

                      



Eingeweichte Heuersatzprodukte bei Zahnproblemen


             Leicht kaubare Raufutteralternative                            



Bedarfsgerechtes Mineralfutter wie Force


Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen        

                      



Seniorenfutter wie Senior Plus oder Senior Aktiv




Zusätzliche Energie und Nährstoffe                  



Ausreichend Wasser


Wichtig für Stoffwechsel und Verdauung               

                        



Bei Bedarf ein Leckstein


Ergänzung der Natriumversorgung                           

Die genaue Menge kann nicht pauschal festgelegt werden. Körpergewicht, Heuqualität, Zahngesundheit, Bewegung, Haltung und bestehende Erkrankungen müssen immer berücksichtigt werden.

Zusammengefasst

Die Winterfütterung älterer Pferde sollte individuell geplant und regelmässig überprüft werden. Im Mittelpunkt stehen hochwertiges Raufutter, eine ausreichende Wasseraufnahme sowie eine bedarfsgerechte Versorgung mit Energie, Eiweiss, Mineralstoffen und Vitaminen.

Besonders wichtig sind regelmässige Zahnkontrollen und die Beobachtung des Körperzustandes. Bei Zahnproblemen muss die Raufutterversorgung angepasst werden. Bei Gewichtsverlust kann eine gezielte Erhöhung der Energie- und Nährstoffzufuhr erforderlich sein.

Grundsätzlich sollte nicht möglichst viel, sondern bedarfsgerecht und gut verdaulich gefüttert werden. Eine Kombination aus hochwertigem Futter, ausreichendem Witterungsschutz und regelmässiger Gesundheitskontrolle schafft die Grundlage dafür, dass ältere Pferde gesund und gut versorgt durch den Winter kommen.


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